Tour zu Nessie

Für heute sagt der Wetterbericht starken Regen voraus. In der Nacht zu Mittwoch gab es auch schon erste Gewitter und starken Regen. Als ich dann heute morgen mit Echo rausging merkte ich schnell, dass es ich nach der Wäsche meiner Jacke vergessen hatte diese zu Imprägnieren…. Egal. Wir hatten gestern schon den Plan geschmiedet, an das Loch Ness zu fahren, da die Wetterprognose für den Norden von Schottland besser aussah, als bei uns in Crianlarich.

Pünktlichkeit um 10 Uhr (Ortszeit) fahren wir dann also los auf der A82. Das Navi sagt was von wegen 2,5 Stunden. Was wir zu diesem Zeitpunkt nicht wissen ist, dass bei den 2,5 Stunden eine Durchnittsgeschwindigkeit von 60 mph (ca. 100km/h) zu Grunde gelegt wird. Wer schon mal die A82 gefahren ist, weiß dass dies hier schlecht möglich ist, da die Strecke stellenweise auch aus “Single Tracks” besteht. Das sind Fahrbahnen mit nur einer Spur für beide Fahrtrichtungen und Haltebuchten, damit man den entgegenkommenden Verkehr durchlassen kann.

Die Strecke bis zu Nessie dauerte so ca. 4 Stunden. Zum Glück waren die Kinder wieder ganz lieb und haben sich selbst beschäftigt, geschlafen oder Schafe gezählt. Nach langer Fahrt mit mehreren Schauer und Wolkendurchfahrten sind wir dann auch endlich am südlichen Ende von Loch Ness angekommen. Das Nessie Museum befindet sich aber am nördlichen Ende. Also fahren wir weiter.

Wir fahren also auf der Westseite des Sees Lochs bis in den Norden. Zu unserem Glück scheint die Sonne als wir ankommen. Also besuchen wir Nessie und machen ein Picknick. Die Ausstellung vertagen wir, da die Kinder noch zu klein dafür sind und Echo nach der langen Fahrt nicht wieder allein ins Auto soll.

Dann heißt es wieder ins Auto und weiter, da wir noch ein einziges Stelle für Echo finden müssen, der spinnt schon die ganze Zeit, da er davon ausgegangen ist, dass wir die lange fahrt nur gemacht haben um ihn ins Wasser zu werfen. Dass hätten wir aber auch innerhalb von 10min in Portnellan haben können. Na Egal.

Wir suchen noch schnell ein Restaurant, in welches wir mit Hund und Kindern dürfen dies ist gar nicht so einfach den in ein Pub darf ein Hund aber kein Kind. In die meisten Restaurants aber kein Hund. Im Internet haben wir das “Dores Inn” gefunden, in das wir angeblich mit Hund und Kindern dürfen. Also fahren wir los und fahren durch Inverness und fahren am östlichen Ufer wieder herunter. Und da gegen 16:00 finden wir ein Restaurant, in das wir mit Kindern und Hund dürfen. Dazu gibt es noch direkten Zugang zum Wasser. Nachdem wir 5min in strömenden Regen im Auto gewartet haben, reißt der Himmel auf und die Sonne kommt raus. Wir gehen direkt ans Wasser und genießen den herrlichen Blick auf das glitzernde Wasser. Anouk findet die vielen Pfützen auf dem Parkplatz viel spannender und Espen hat einfach Hunger. Wir essen nun was (Haggis, Beef Burger und Fish&Chips) und gehen danach mich Echo an Wasser. Leider hat sich in der Zeit das Wetter wieder geändert und es sind so hohe Wellen, dass wir Echo nicht in Wasser schicken wollen. Außerdem. Hat er Angst. Vor den Wellen.

Nachdem Echo etwas nass geworden ist, steigen wir wieder ins Auto und machen uns auf den Heimweg.

Um ca. 20Uhr sind wir wieder in Portnellan angekommen. Die Kinder waren wieder super lieb, haben geschlafen, gespielt oder Hörspiel gehört. Wir sind sehr stolz auf unsere drei, dass sie diese Tour so mitgemacht haben.

Zusammengefasst haben wir 8Stunden im Auto gesessen, haben Nessie gesehen, das Loch Ness umrundet, sind durch Inverness gefahren und haben einen Regentag verbracht ohne nass zu werden. Der Beschluss morgen etwas ruhiger zu verbringen steht schon. Nebenbei sei noch erwähnt das Espen zu seinen Eckzähnen anscheinend noch einen Backenzahn bekommt und dieser hohes Fieber hervorruft.

Der Donnerstag verläuft nach einer anstrengenden Nacht mit Espen eher ruhig. Alex darf sich ausschlafen und Heinke kümmert sich ab 4:30 Uhr um die fiebernden Kinder. Nach einem dreistündigen Mittagsschlaf zu viert geht es allen viel besser. Wir verschlafen zwar den herrlichen Sonnenschein, aber das war nötig.

Wir wollen noch einkaufen und fahren am Nachmittag wieder in den Co-op nach Killin. Da das Wetter einfach grandios ist, halten wir an den Falls of Dochart. Echo ist selig, beißt in die Wasserfälle und gibt schließlich auf. Anouk sieht ein kleines Wasserloch und möchte in der “Pfütze” etwas planschen. Plötzlich ist allerdings ihr Fuß komplett versunken. Wir lachen laut und sie nimmt es mit Fassung.

Nachdem Einkauf fahren wir zurück in unsere Lodge, essen schön und der Abend geht langsam zuende mit Wanne für die Mäuse und dem Sandmännchen.



Coventry nach Wigton

Sachen im Hotel packen und feststellen, dass ich unter einem Schlafbau für Vögel geparkt habe. Na Toll hoffentlich regnet es mal in England dass das wieder alles abgeht. Wir fahren los und besuchen kurz Marcus zuhause und fahren dann gemeinsam mit ihm den Campus Warwick anschauen. Echo fällt beim trinken ins Wasser und ich muss ihn wieder rausholen, da er alleine nicht wieder raus kommt. Dann Essen wir noch im Varsity zu Mittag und machen uns dann gestärkt auf nach Wigton. Wir fahren durch Birmingham um die Maut der M6 zu umgehen. Auf der Fahrt stehen wir noch eine halbe Stunde im Stau, es muss der Rettungshubschrauber landen. Daran wo er landet sehen wir, dass wir ziemlich weit vorne im Stau stehen. Glücklicherweise spendet uns eine Baumgruppe Schatten. Es ist ein sehr warmer Tag. Die weitere strecke verläuft ohne Zwischenfälle. In Wigton auf der Wallace Lane Farm angekommen zeigt uns John das Zimmer. Wir Essen Vollkornbrot und Würstchen.

 

 

Die Reise beginnt

Pünktlich um 21:15 fahren wir los.

Oh halt! Wir merken, dass wir die Zahnbürsten vergessen haben. Also drehen wir nochmal um und holen sie. Zum Glück waren wir noch in Göttingen.

Jetzt geht es aber wirklich los. Die Kinder schlafen zwar noch nicht, aber es ist für die Kinder schon ziemlich spät und sie machen bald die Augen zu.

Heinke fährt die ersten zweihundert Kilometer bis kurz vor den Ruhrpott. Kurz bevor wir da sind und tauschen wollen, wacht Espen auf und will sich nicht mehr beruhigen lassen. Das passt ja!

Wir machen Fahrerwechsel und Heinke setzt sich nach hinten.

Nun fahre ich und wir passieren bald die Grenze zu den Niederlanden. Nicht mal eine Stunde später fahren wir durch Belgien. Heinke schläft ab und an und versucht sonst Espen, der mit seinen Zähnen gerade sehr unruhig ist, im Sitz und schlafend zu halten. Das klappt mehr oder weniger. Wir halten zweimal an, um ihn kurz rauszunehmen. Anouk schläft wie ein Engel bis wir in Calais ankommen.

Nach Belgien folgt Frankreich und laut Navi kommen wir bald in Calais an. Plötzlich Stau! Doch warum stehen am Rand so viele Leute rum? Heinke wacht auf und wundert sich auch.

Alex: “Das sind Flüchtlinge.” Sie stehen in Sparen hinter der Leitplanke. Heinke kann dem Trubel im Halbschlaf gar nicht folgen. Plötzlich kommt ein LKW mit einer hohen Geschwindigkeit hupend von hinten angebraust und fährt ohne Rücksicht durch das Chaos. Heinke denkt dabei noch an einen Schlepper auf der Flucht. Dann sehen wir, dass Bäume auf der Fahrbahn liegen. Und da begreifen wir erst, was hier los ist: Die Flüchtlinge haben eine Straßensperre auf der Autobahn errichtet, um LKWs anzuhalten und aufzuspringen, um mit nach England zu fahren. Wenige Meter weiter sind auch mehrere Leute auf der Fahrbahn. Eine Weiterfahrt ist nur in Schrittgeschwindigkeit möglich. Plötzlich rennen zwei Personen in unsere Richtung. Der eine Mann vermummt sich, nimmt einen der kleineren Baumstämme und rennt auf unser Auto zu. Völlig ungläubig fragt Heinke noch:”Was will der denn?” Ich gebe Vollgas, hupe und lenke direkt auf ihn zu. Da bekommt er Angst und lässt von uns ab. Ich fahre über die Bäume und hoffe dass die Reifen keinen Schaden genommen haben. Zum Glück haben die Kinder alles verschlafen.

Nach dem Schreck fahren wir erstmal eine Tankstelle an, Heinke zittert und hat Angst. Sie kann nicht begreifen, was da soeben passiert ist. Wir haben zwar noch genug Sprit, aber in England ist der Diesel teurer und etwas Zeit bis zum Checkin haben wir noch. Die Kinder wachen auf, sind gut gelaunt und haben rein gar nichts mitbekommen. Heinke versucht sich nichts anmerken zu lassen.

Nachdem wir getankt haben fahren wir Richtung Hafen, hier steht überall Polizei und kontrolliert hauptsächlich LKW nach blinden Passagieren. Hier fühlt sich Heinke erst wieder sicher. An der Passkontrolle müssen wir nochmal die Dachbox öffnen, dass sich nicht doch ein blinder Passagier in der Dachbox versteckt hat. Jetzt bekomm’ ich die Dachbox natürlich nicht mehr zu. War ja zu erwarten. Sonst passieren wir die Fahrt auf die Fähre ohne Zwischenfälle. Auch Echo kann ohne Probleme einreisen. Auf der Fähre präparieren wir den Kofferraum für Echo und gehen an Deck.

Auf Deck beratschlagen wir, ob wir auf der Fahrt nach Echo schauen sollen oder nicht und entscheiden uns dagegen, um ihn nicht noch mehr zu verunsichern, da wir ja ihn dann ja wieder verlassen müssten. An Bord kann Heinke das Erlebte nicht verdrängen und meidet jeden, der auch nur annähernd fremd aussieht, untypisch für sie, aber verständlich. Bald können wir die weiße Küste von Dover erkennen. Als wir im Hafen ankommen, gehen wir direkt zu unserem Hund. Er hat den Stress gut überstanden, hat aber eine ganze Menge Haare verloren.

Die vorläufige Route

So sieht also die vorläufige Route aus:

  • Göttingen
  • Calais
  • Dover
  • Coventry
  • Wigton
  • Crianlarich
  • Homesfield
  • Reading
  • Dover
  • Calais
  • Göttingen

 

Die Planung beginnt.

Nach mehreren erfolglosen Versuchen den Urlaub zu planen und schon kurz davor das Abenteuer Urlaub mit Familie und Hund abzubrechen haben wir heute einmal Glück.

Die Kinder schlafen und wir fangen an den Urlaub zu planen.

Auf der Seite der Fähre fällt uns eine Anzeige auf:


Zum Glück finden wir das Ressort auch so im Internet und sehen, dass es noch Cottages zu mieten gibt. Hunde sind auch willkommen!

Wir buchen vom 18.07 bis 23.07 ein Cottage in den schottischen Highlands direkt an zwei Lochs!